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Investieren in Zeiten der Zins-Einbahnstraße

Willkommen bei unserem ersten CIO View im neuen Format. Er wird viermal im Jahr im Anschluss an den CIO Day erscheinen, an dem wir unsere strategischen Prognosen bestimmen. Den einzelnen Vermögensklassen und unserer Multi-Asset-Strategie räumen wir nun mehr Platz ein. Zudem präsentieren wir hier fortan unsere systematischen und quantitativen Strategien.

Unser jüngster CIO Day stand im Zeichen des britischen EU-Referendums. Der Mehrheitswunsch, die Europäische Union (EU) zu verlassen, schockierte die Märkte. Trotz der Besonderheit dieses Votums könnten die hervorgerufenen Reaktionsmuster uns noch öfter begegnen: 1. Ein politisch geprägtes Ereignis wird vom Markt unterschätzt und zieht starke Marktverwerfungen nach sich. 2. Die Aktienindizes erholen sich zwar in kurzer Zeit, auf Sektorebene gibt es jedoch deutliche und nachhaltige Ausschläge in beide Richtungen. 3. Die Rentenmärkte reagieren in gewohnter Manier: Die Unsicherheit führt dazu, dass eine Ausweitung der lockeren Geldpolitik eingepreist wird.

Diese Beobachtungen sind in unsere Strategie eingeflossen. Während wir 2017 zwar eine Beschleunigung der wirtschaftlichen Erholung erwarten, gehen wir von steigenden politischen Risiken aus, die auch die Kapitalmärkte prägen können. Allerdings werden die Zentralbanken wohl auch weiterhin bereit stehen, um größere Verwerfungen zu verhindern.

Diese kurzfristig stimulierende Wirkung der Zentralbanken hat ihre Kehrseiten. Die Preisverzerrungen über alle Vermögensklassen nehmen zu, immer mehr Anleger wagen sich in immer riskantere Vermögensklassen vor. Dass auch sämtliche unserer Kursziele und Anlageschwerpunkte unmittelbar der Zentralbankpolitik geschuldet sind, ist Ausweis der ungewöhnlichen Zeiten. So mögen wir trotz geringer Renditen EUR-Peripherieanleihen, weil die Europäische Zentralbank (EZB) diese Titel kauft. So mögen wir trotz geringer Renditen EUR Investment-Grade-Anleihen, weil die EZB diese Titel kauft. So mögen wir trotz hoher Bewertung US- und EUR-Dividendentitel, da die Zinsen niedrig sind. So mögen wir trotz starken Yens auch japanische Aktien, weil die Zentralbank sehr expansiv agiert. Und so mögen wir, trotz höheren Risikos, auch Hochzinsanleihen, weil die überhaupt noch einen nennenswerten Coupon auszahlen.

Wir hängen also weiter an den Zentralbanken. Ob die Niedrigzinsen allein ihr Werk sind – die US-Staatsanleiherenditen sinken seit bald 30 Jahren – oder auch Sorgen über strukturelle Änderungen in den Industrieländern mitschwingen, sei dahin gestellt. Denn es ändert wenig an der Tatsache, dass wir und der Markt die Vermögensallokation stark danach ausrichten, dass eine Zinswende, die diese Bezeichnung auch verdient, bis auf Weiteres ausbleiben wird. Was zu der absurden Situation führt, dass sich weder Anleger noch Schuldner höhere Zinsen leisten können.

" Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem sich weder Anleger noch Schuldner eine deutliche Zinswende leisten können. "

Stefan Kreuzkamp, Chief Investment Officer

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